Wie kann es gelingen, die digitale Transformation in der öffentlichen Verwaltung voranzubringen? Zum einen sind digitale Kompetenzen dabei wichtig, zum anderen eine aufgeschlossene Haltung und eine Bereitschaft zum Umgang mit neuen Technologien. Damit rücken Begriffe wie Lernen, Kultur, People und Change Management gleichermaßen in den Fokus. Was tut sich hier konkret in Deutschland?

Ja, es ist möglich, dass sich etwas im öffentlichen Dienst und in der Verwaltung ändert.

In einigen unserer Nachbarländer, wie beispielsweise in Dänemark, ist das schon weit fortgeschritten. Auch in Deutschland gibt es Visionen, Projekte und konkrete Initiativen, aber noch geht es langsam voran.

Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Und wie immer geht es um den Menschen – als Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes und als Bürger und Kunde. Damit digitale Transformation innerhalb des öffentlichen Dienstes in Gang kommt, ist nach Ansicht der Digital Society, einem Institut der Berner Fachhochschule, eine Kultur des Lernens und Ausprobierens am wichtigsten, die die Menschen in dem Mittelpunkt stellt. Innovationen werden dadurch systematisch gefördert.

Die aktuellen Zahlen des Public Sector Innovation Scan aus Dänemark zeigen, dass dort 87% der Innovationen im öffentlichen Sektor von Mitarbeiter:innen selbst initiiert bzw. weitergetrieben wurden. Das heißt, die Innovationen im öffentlichen Dienst entstehen damit meist direkt vor Ort, nämlich dank Mitarbeitern und Teams, die zur Verbesserung des Work Flows und der Prozesse kreative Lösungen entwickeln und implementieren. Dies ist u.a. das Resultat der dort vorherrschenden Innovationskultur und einer kundenorientierten Denkweise.

Die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung erfordert zum einen digitale Kompetenzen (bspw. Projektmanagement- und Führungskompetenzen) als auch digitale Gewandtheit, das heißt eine aufgeschlossene Haltung gegenüber neuen Technologien. Die digitale Transformation hat weniger mit echter IT-Kompetenz zu tun, sondern tatsächlich mehr mit digitaler Bereitschaft. Damit rücken Begriffe wie Lernen, Kultur, Change Management in den Fokus.

Auch in der deutschen Verwaltung ist im vergangenen Jahr etwas Bewegung in die digitale Transformation der Verwaltung gekommen. Die Bundesregierung hat seit September 2020 eine eigene Software-Entwicklungseinheit, den „DigitalService4Germany“.

Digitalisierung Zusammenarbeit

Als Inhouse-Gesellschaft können die Teams kurzfristig und ohne bürokratische Ausschreibungen Prototypen bis hin zu fertigen Anwendungen selbst entwickeln. Besonders ist, dass der DigitalService4Germany dabei nicht wie eine Behörde handelt, sondern mit anderen Unternehmen am Markt um Aufträge und Personal konkurriert.

Die Hoffnungen, die auf diesem Projekt ruhen sind groß. 2022 sollen alle Verwaltungsleistungen schließlich digital verfügbar sein, so sieht es das Online-Zugangsgesetz (OZG) vor.

Deutschland hat insofern einen enormen Bedarf, seine Digitalprojekte agil zu organisieren. 

Es geht dabei auch um das Thema Lernen, nämlich um den Transfer von Kompetenzen rund um das Thema IT und Digitalisierung in die Verwaltung hinein.

Wie wichtig die zusammenhängende Betrachtung und das verzahnte Management der Bereiche People, Transformation und Innovation ist, könnt ihr auch in unserem Grundatzartikel „Propelling into the Future“  nachlesen.

Wir haben außerdem mit Reiner Perau, dem Geschäftsführer der Deutsch-Dänischen Handelskammer in Kopenhagen über die Frage gesprochen, was Dänemark anders macht als Deutschland um gerade in den Bereichen Innovation und Digitalisierung so weit vorne zu sein?

Außerdem geht es hier zu unserem Beitrag zum Tag des öffentlichen Dienstes, wo es unter anderem um die digitale Transformation in deutschen Städten, wie Arnsberg und Freiburg geht.

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