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Innovationsmanagement: Interview mit Freya Stonawski

Technology Foresighting und Ideation Management, was steckt wirklich dahinter? Als Global Innovation Managerin arbeitet Freya Stonawski täglich daran, die “Buzzwords” rund um das Thema Innovationsmanagement mit Leben zu füllen. Im Interview gibt sie Einblicke aus der Praxis bei Lapp, einem Anbieter von integrierten Lösungen im Bereich der Kabel- und Verbindungstechnologie. Gemeinsam mit Claus Lang-Koetz und Jan Aretz diskutiert Freya auf der COPETRI CONVENTION 2022 über Nachhaltigkeit – ihr Credo: aktiv gestalten, statt nur auf den Trend reagieren!

FREYA, DU BEZEICHNEST DICH SELBST ALS „INNOVATIONS-ENTHUSIASTIN“: WAS BEGEISTERT DICH SO AM THEMA INNOVATION?

Innovation ist einfach notwendig, um in der heutigen Zeit als Organisation zu bestehen. Zum einen haben wir die VUCA-Welt, die Umwälzungen und Krisen, in denen wir uns gerade befinden. Zum anderen hat aber auch schon davor die Geschwindigkeit enorm zugenommen. Innovation ist unumgänglich geworden! Für mich ist das keine Kleinigkeit und kein strategisches Buzzword, sondern es geht wirklich um die Zukunftssicherung der Unternehmen. Mich begeistert daran, dass es wirklich jeden Tag etwas Neues gibt. Ich treffe super interessante Menschen, die mich inspirieren, und beschäftige mich intensiv mit neuen Formaten, Studien und Methoden. Jeder Tag hält Herausforderungen bereit und das finde ich als begeisterungsfähiger Mensch sehr spannend! 

IHR ARBEITET BEI LAPP MIT „TECHNOLOGY FORESIGHTING“ UND “IDEATION MANAGEMENT”.  WAS STECKT GANZ PRAKTISCH HINTER DIESEN BEGRIFFEN?

Es ist durchaus eine Challenge, diese Begriffe mit Leben zu füllen, aber das haben wir uns bei Lapp zum Ziel gesetzt. Aufgrund der begrenzten Ressourcen gehen wir sehr gezielt vor, um innerhalb dieser Konzepte vernetzt und global zu arbeiten. Dadurch entsteht Schwarmintelligenz, die wir dann wiederum strategisch ausrichten.  Technology Foresighting heißt für mich wirklich reinzuschauen in verschiedene Tech-Trends, Tech-Shifts und Tech-Developments. Das tun wir gezielt über aktiven Austausch mit der Wissenschaft, mit Marktteilnehmer: innen und mit Patentexpert:innen. 

Natürlich schauen wir auch aus der Perspektive der Kund:innen und haken hier nach, was sie technologisch bewegt. Aber auch der gesamte gesellschaftliche, politische Kontext ist relevant, das sieht man beispielsweise am Thema Nachhaltigkeit. Aus dieser externen Analyse leiten dann wir ab, welche Trends wir aktiv bearbeiten, wo wir Technologieführer bleiben oder werden möchten und auch welche Themen wir eher beobachten. Beim Ideation Management geht es im ersten Schritt darum, neue Ideen sichtbar zu machen oder sie zu generieren. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Workshops oder auch Prozesse zur Bottom-Up-Beteiligung. Dann stellt sich natürlich die wichtige Frage, wie es dann weitergeht mit den Ideen. Hier gilt es dann die Ideen zu bewerten und zu diskutieren. Wir müssen entscheiden, welche Projekte wir priorisieren, welches Projektteam dafür am besten geeignet ist und wie wir das strukturell einbinden. So entsteht ein ganzes Ökosystem um die Idee herum.

HAST DU EIN KONKRETES BEISPIEL FÜR IDEATION MANAGEMENT IN DEINEM UNTERNEHMEN?

Anfang des Jahres hat sich beispielsweise unser Kulturteam mit den Nachhaltigkeitsverantwortlichen zusammengetan und einen globalen Sustainability Hackathon veranstaltet. Da wurden Mitarbeiter:innen gezielt aufgefordert, Ideen einzubringen und zu entwickeln, wie Lapp noch nachhaltiger werden kann – sowohl intern als auch für unsere Kunden. Gerade bei diesem Thema war die intrinsische Motivation zur aktiven Beteiligung sehr hoch. Die Ideen wurden dann in einem Gremium gesammelt, bewertet und priorisiert. Im Rahmen unserer großen Nachhaltigkeitsinitiative geht es nun in die Umsetzung. Damit eine Ideation Challenge gelingt, muss das Thema strategisch zum Unternehmen passen. Außerdem braucht es das Commitment von der Managementseite, den Mitarbeiter:innen sowohl Zeit für die Teilnahme einzuräumen als auch für eine mögliche spätere Umsetzung dieser.

AUF DER COPETRI CONVENTION WIRST DU DARÜBER SPRECHEN, WIE WIR NACHHALTIGE ENTWICKLUNGEN AUF DEN WEG BRINGEN. WAS WILLST DU DEN ZUHÖRER:INNEN AUS PERSPEKTIVE DER INDUSTRIE MIT B2B-FOKUS MITGEBEN?

Im B2B-Bereich beobachten wir in den vergangenen zwei Jahren, dass unsere Kund:innen verstärkt nach der Transparenz von Lieferketten und der CO2-basierten Bewertung unserer Produkte und Prozesse fragen. Vor allem die Themen „Recycling“ und „End-of-life“ sind dabei interessant. Eine ehrliche und transparente Nachhaltigkeitsstrategie wird zunehmend ein relevantes Kriterium, um als verlässlicher Partner und Lieferant bei unseren Kund:innen wahrgenommen zu werden – und dies auch langfristig zu bleiben! Unser Ziel ist es, die notwendigen Schritte jetzt schon einzuleiten und vorbereitet zu sein. Wir wollen gestalten und nicht nur reagieren. Das bedeutet auch, dass sich intern viele Prozesse jetzt auf Nachhaltigkeit ausrichten, was innovative und pragmatische Lösungen notwendig macht. Wir setzen auf den engen Austausch mit Fachverbänden und unseren Kund:innen, um Schwerpunkte zu setzen und unseren eigenen Weg mit allen Stakeholdern abzustimmen.

INNOVATION BEDEUTET VERÄNDERUNG, AUCH FÜR JEDE:N EINZELNE:N. WIE GEHST DU PERSÖNLICH DAMIT UM?

Meine Begeisterungsfähigkeit ist für mich gleichzeitig Stärke und Schwäche. Ich kann Veränderungen grundsätzlich sehr viel abgewinnen, muss mich aber auch selbst daran erinnern, dass das Gras auf der anderen Seite des Zauns nicht immer grüner ist.

Freya, vielen Dank für das Gespräch! 

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