Kosteneffiziente Personalverwaltung in einer Rezession

Der Siegeszug von Remote-Arbeit hat die Welt der Arbeit grundlegend verändert. Unternehmen müssen Strategien für eine neue Wettbewerbslandschaft entwickeln, in der sie mit Mitbewerbern auf der ganzen Welt um die besten Köpfe konkurrieren.

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Die unsicheren wirtschaftlichen Ausblicke, in denen manche Expert:innen bereits die Vorzeichen einer tiefen Rezession erkennen, erfordern Umsicht und eine ordentliche Portion Flexibilität. Remote-Arbeit galt bisher als zentrales Element einer Revolution der Arbeitswelt. Heute ist sie aber nur noch ein Aspekt einer weit größeren Entwicklung hin zu länderübergreifend verteilten Belegschaften.

Welche Beschäftigungstrends entstehen während einer Rezession?

In Zeiten großer wirtschaftlicher Unsicherheit, zu denen auch Rezessionen gehören, sinkt im Allgemeinen die Risikobereitschaft von Unternehmen. In anderen Worten: Unternehmen legen weniger Wert auf Wachstum und konzentrieren sich vermehrt auf Rentabilität.

Hohe Arbeitslosenzahlen können eine Rezession weiter befeuern und zu noch größeren ökonomischen Verwerfungen führen. Diese müssen jedoch nicht unbedingt zum Nachteil der Arbeitnehmer:innen sein. Im Gegenteil: Wenn Unternehmen weniger Menschen einstellen, werden ihre vorhandenen Leistungsträger:innen umso wichtiger. Gerade in einer Rezession gibt es sehr starke Anreize für Unternehmen, ihre besten Mitarbeiter:innen zu halten, um dem kostspieligen Zyklus von Abwanderung und Neueinstellung zu entgehen.

Kosteneffiziente, flexible Beschäftigungsstrategien

Unternehmen müssen zunächst einmal genau analysieren, wofür sie ihre Personalkosten überhaupt ausgeben. Jedes Unternehmen ist anders und es hängt von vielen Faktoren ab, welche Mitarbeiter:innen Werte erschaffen. Die Aufgabe der Führungskräfte in solchen Zeiten ist es, diese Mitarbeiter:innen zu erkennen.

Remote-Arbeit hat die Leistungserbringung standortunabhängiger gemacht und zwingt Unternehmen zum Umdenken. Wer weiterhin nur lokal einstellt, riskiert massive Wettbewerbsnachteile. Kein Unternehmen kann es sich leisten, nur zuzusehen, während seine Mitbewerber hochqualifizierte Fachkräfte in möglicherweise sogar kostengünstigeren Regionen einstellen.

Wie Unternehmen mit Remote-Arbeit Kosten sparen können

Remote-Arbeit verfügt über einige Stellschrauben, mit denen man seine operativen Kosten senken kann: weniger Büros, Zugang zu weniger stark umworbenen Arbeitsmärkten und geringere Risiken durch mehr Rechtssicherheit.

 Vielen Unternehmen ist gar nicht bewusst, wie viel Potenzial dort steckt, wo kaum jemand hinsieht: Der Remote Tech Talent Report zeigt, dass wenig bekannte Orte wie Mexiko-Stadt, Warschau, Melbourne oder Rio de Janeiro eine äußerst lohnenswerte Alternative zu bekannten Tech-Hubs wie San Francisco, London, Tokio oder Berlin darstellen.

 Laut dem Remote Workforce Report 2023 gründen 70 % der Unternehmen eine Niederlassung im Ausland, nur um Mitarbeiter:innen vor Ort einzustellen. Für eine großflächige Expansion kann das durchaus sinnvoll sein, aber wenn lediglich einige wenige Mitarbeiter:innen in einem Land eingestellt werden sollen, gibt es weit kosteneffizientere Lösungen, etwa einen Employer of Record (EOR).

Wie man mit global verteilten Teams neue Märkte testen kann

Eine weitere interessante Erkenntnis des Remote Workforce Report 2023 ist, dass 30 % der Unternehmen ihre Teams vor Ort dazu nutzen, neue Märkte preiswert zu testen. Sie können dafür das Fachwissen ihrer lokalen Mitarbeiter:innen nutzen, die das Land, mögliche Partnerunternehmen und die Erwartungen einheimischer Kund:innen gut kennen. Die Unternehmen erhalten mit einer neuen Arbeitskraft auch dringend benötigte Ortskenntnisse und -erfahrungen.

Wie sieht der rechtliche Rahmen für die Beschäftigung im Ausland aus?

Es gibt drei häufige Möglichkeiten, Mitarbeiter:innen im Ausland einzustellen.

Die erste besteht darin, eine Niederlassung zu gründen und eigene Arbeitskräfte einzustellen. Da die Gründung und der Betrieb von Niederlassungen teuer ist, entscheiden sich Unternehmen meist nur dann für diesen Weg, wenn sie eine massive Expansion in dem betreffenden Land planen.

Die zweite Möglichkeit ist die Zusammenarbeit mit einem Employer of Record (EOR), über den Unternehmen ohne eigene Niederlassung Mitarbeiter:innen im Ausland beschäftigen können.

Die dritte Möglichkeit ist die Arbeit mit selbständigen Auftragnehmer:innen. Diese Variante ist sehr beliebt, weil sie sehr einfach ist. Unternehmen müssen dennoch gut darauf achten, dass sie De-facto-Angestelltenverhältnisse – also Scheinselbstständigkeit – vermeiden.

Was ist ein Employer of Record oder EOR?

Ein Employer of Record oder EOR ist ein Dienstleister, der für seine Kunden Arbeitskräfte in anderen Ländern einstellt. Dabei handelt er als offizieller Arbeitgeber dieser Mitarbeiter:innen. Das ist eine rechtlich einwandfreie Möglichkeit, Personal im Ausland einzustellen, ohne eine eigene Niederlassung eröffnen zu müssen. Neben seiner Rolle als offizieller Arbeitgeber übernimmt ein EOR auch HR-Funktionen wie Gehaltsabrechnungen, die Verwaltung von Benefits und Steuerangelegenheiten.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit in vollständig remoten Teams?

Die Zusammenarbeit in einem reinen Remote-Setting fordert eine sehr flexible Organisation. Unternehmen sollten weitgehend auf Meetings verzichten und darauf achten, dass alle Informationen, Neuerungen und Kommunikationen genau dokumentiert werden. Remote empfiehlt asynchrone Arbeit, weil sie auf der Annahme basiert, dass nie alle Mitarbeiter:innen gleichzeitig online sein können. Sie gibt den Teams die Möglichkeit, ihre Prozesse für maximale Produktivität der einzelnen Teammitglieder zu optimieren.

Egal, wie die Zukunft aussieht: Ohne Remote-Arbeit geht es nicht mehr

Ganz unabhängig davon, ob es wirklich zu einer Rezession kommt und wie lange sie dann dauert, ist dennoch eins klar: Remote-Arbeit und verteilte Teams sind die Zukunft. In Zeiten, in denen der Aufbau von international verteilten Teams so einfach ist wie noch nie, kann es sich kein Unternehmen leisten, auf das enorme Potenzial des globalen Arbeitsmarkts zu verzichten. Durch kosteneffektive Beschäftigungsmodelle, die Personalsuche in bisher wenig bekannten Arbeitsmärkten und EOR-Dienstleister können Unternehmen auch in stürmischen Zeiten eine solide Personalpolitik verfolgen und optimistisch in die Zukunft blicken.

Alexis Seyfried ist Senior Field Marketing Manager bei Remote. Seine langjährige Marketingerfahrung setzt er für das erfolgreiche Wachstum und die internationale Expansion von Tech-Unternehmen ein. Hierbei ist er auf Go To Market- und integrierte Marketing-Strategien spezialisiert. Ursprünglich aus Österreich lebt er den Remote Work-Lifestyle und arbeitet viel aus dem Ausland.

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