Katja Berlin bringt Torten der Wahrheit mit zur COCON24 

Katja Berlin kann nicht backen – und ist doch für ihre Torten bekannt. In der ZEIT hat sie eine wöchentliche Kolumne, in der sie satirische Tortendiagramme zu aktuellen Themen veröffentlicht. Auf der COPETRI CONVENTION 2024 wird Katja mit ihrem treffsicheren Humor einige Best offs der Torten der Wahrheit rund um Innovation präsentieren. Im Vorab-Interview gibt sie kurz, knackig und pointiert Einblick in ihre Arbeit und ihre Überzeugungen.

Katja, du bist Kolumnistin, Feministin, Autorin, Speakerin, Künstlerin … habe ich etwas vergessen, das dir zu sein wichtig ist? 

Ich bin außerdem auch häufig müde. 

Auf unsere diesjährige COCON bringst du einige deiner berühmten „Torten der Wahrheit“ zu den Themen Innovation und Digitalisierung mit. Was ist denn dein persönliches Verhältnis zu diesen Themen? 

Ich bin eine Freundin des Fortschritts und finde, wir bleiben viel zu oft in festgefahrenen Strukturen, weil wir es halt „schon immer so gemacht haben“. Als freiberufliche Kreative arbeite ich jetzt zum Beispiel ganz anders als noch als Angestellte in einem Büro, sehr zum Vorteil meiner Arbeit. Wenn Innovation und Digitalisierung mehr individuelle Entscheidungsmöglichkeiten mit sich bringen, dann immer her damit!

Wo hat dir die Digitalisierung eine echte Erleichterung gebracht und wo nervt sie dich? 

Digitalisierung ermöglicht mir eine viel größere Flexibilität, das ist großartig. Für richtig gefährlich halte ich dagegen die Desinformationen in den Sozialen Medien. Da ist die Digitalisierung tatsächlich demokratiegefährdend. 

In welchem Bereich fändest du Innovation besonders wichtig? 

Im gesellschaftlichen Bereich. Deutschland ist etwa in Sachen Geschlechtergerechtigkeit immer noch so rückständig, dass ich es kaum fassen kann. Wir brauchen viel mehr Diversität, mehr Perspektiven, mehr Offenheit für alle Menschen. 

„Ich strebe nicht nach Selbstoptimierung, sondern nach Selbstokayisierung. Weniger Druck, weniger Perfektionismus, dafür mehr Akzeptanz für die eigenen Grenzen.“

Wie entstehen die Ideen zu den Torten der Wahrheit? Hast du einen bewährten „Arbeitsprozess“? 

Lesen, nachdenken, skizzieren, eine Nacht drüber schlafen und dann fertig stellen.  

Die Torten weisen auf echte Miss- und Rückstände in unserer Gesellschaft und Politik hin. Was glaubst du, damit bewirken zu können? 

Es gibt nicht viele Frauen im politischen Humor, deshalb ist es allein deshalb schon wichtig, dass ich eine andere Perspektive auf Themen mitbringe als etwa männliche Karikaturisten oder Satiriker. Darüber hinaus halte ich Humor für ein ganz wichtiges Element, um politische Meinungen in unseren dauerempörten Debatten Gehör zu verschaffen. Mit einem Augenzwinkern kann man bittere Wahrheiten viel besser verkaufen. 

Was würdest du, wenn du könntest, selbst als erstes ändern? 

Ich würde nichts allein ändern, ich bin ja keine Diktatorin. 

Veränderung beginnt aber auch mit und bei einzelnen Menschen. Gibt es etwas, das du bei dir selbst gerne ändern würdest? 

Ich strebe nicht nach Selbstoptimierung, sondern nach Selbstokayisierung. Weniger Druck, weniger Perfektionismus, dafür mehr Akzeptanz auch für die eigenen Grenzen. Das würde nicht nur mir guttun. 

Und was machst du, wenn du gerade keine neuen Torten erstellst, Bücher schreibst, Vorträge hältst? 

Ich reise viel. Reisen sind bewusste Auszeiten für mich, damit ich nicht jeden Tag arbeite. Nur, weil ich dank Digitalisierung überall arbeiten kann, heißt es ja nicht, dass ich überall arbeiten muss. 

COCON25

COPETRI CONVENTION