KI beschleunigt Umbrüche am Arbeitsmarkt: Investitionen in Learning & Development erforderlich 

Eine aktuelle Studie des McKinsey Global Institute: „A new future of work: The race to deploy AI and raise skills in Europe and beyond“ (Mai 2024) beleuchtet die tiefgreifenden Veränderungen, die der Vormarsch von (generativer) künstlicher Intelligenz (KI) für den Arbeitsmarkt in Europa und den USA mit sich bringen wird. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass bis 2030 rund 30 % der aktuellen Arbeitsstunden durch Technologie automatisiert werden könnten, was enorme Auswirkungen auf Beschäftigung und Produktivität haben wird.

Automatisierung und Produktivität 

Der Einsatz von KI könnte das Produktivitätswachstum um bis zu drei Prozent pro Jahr steigern, vorausgesetzt, dass bis zu 27 % der Tätigkeiten innerhalb aller Berufsbilder automatisiert werden. Diese Automatisierung würde bis 2030 zu bis zu 12 Millionen beruflichen Veränderungen führen. In Deutschland könnten in diesem Szenario bis zu drei Millionen Jobs betroffen sein, was etwa sieben Prozent der Gesamtbeschäftigung entspricht. 

  • Automatisierungspotenzial: Bis 2030 können rund 30 % der aktuellen Arbeitsstunden durch Technologie, einschließlich generativer KI, automatisiert werden. 
  • Produktivitätswachstum: Ein schneller Einsatz dieser Technologien könnte das Produktivitätswachstum um bis zu 3 % pro Jahr steigern. 
  • Berufliche Veränderungen: Bis 2030 könnten bis zu 12 Millionen berufliche Veränderungen notwendig sein, davon bis zu 3 Millionen in Deutschland (7 % der Gesamtbeschäftigung)

Die Studie identifiziert die Bereiche, die am stärksten von den Umbrüchen betroffen sein werden: 

  • Administrative Bürotätigkeiten: Bis zu 54 % der erwarteten Jobwechsel in Deutschland entfallen auf diesen Bereich. 
  • Kundenservice und Vertrieb: 17 % der beruflichen Veränderungen betreffen diesen Sektor. 
  • Produktion: 16 % der Tätigkeiten in der Produktion könnten automatisiert werden. 

Deutschland ist besonders betroffen, da administrative Bürohilfstätigkeiten einen hohen Anteil an der Gesamtbeschäftigung ausmachen. Diese Trends verdeutlichen, dass schnelle Anpassungen des Arbeitsmarktes notwendig sind. 

Handlungsbedarf: Weiterbildung und Qualifizierung als Schlüssel zum Erfolg 

Führungskräfte müssen den Einsatz von KI beschleunigen und parallel verstärkt in die Weiterbildung und Trainings für ihre Mitarbeitenden investieren. Ohne eine umfassende Qualifizierungsoffensive kann KI ihr Potenzial nicht entfalten. 

Um die positiven Produktivitätsimpulse zu erzielen, ist jedoch bis 2030 eine Verdopplung des Veränderungstempos nötig. Eine langsame Einführung von KI würde das Produktivitätswachstum hingegen auf nur 0,2 % begrenzen. Das entspräche der heutigen niedrigen Rate in Westeuropa. 

  • Qualifizierung der Mitarbeitenden: Um den Umbruch verantwortungsvoll zu gestalten und Produktivitätsgewinne zu realisieren, sind verstärkte Investitionen in Weiterbildung, Trainings und Umschulung der Beschäftigten erforderlich. 
  • Erhöhung der Anpassungsgeschwindigkeit: Eine Verdopplung des Veränderungstempos ist nötig, um die positiven Effekte zu erzielen, die durch KI möglich sind. 

Polarisierung des Arbeitsmarktes: 

Es besteht die Gefahr einer stärkeren Polarisierung durch mehr hoch bezahlte Arbeitsplätze und zu viele Arbeitnehmende für Niedriglohnjobs. Beschäftigte in den unteren Lohngruppen werden häufiger den Beruf wechseln müssen als Spitzenverdiener. In den USA ist diese Diskrepanz noch größer. 

  • Ungleichverteilung: Niedriglohnarbeiter werden häufiger den Beruf wechseln müssen als Spitzenverdiener. In Europa drei- bis fünfmal häufiger, in den USA zehn- bis 14-mal häufiger. 
  • Mittlere Lohngruppen: In Europa sind mittlere Lohngruppen doppelt so stark von beruflichen Veränderungen betroffen wie in den USA. 

Weitere zentrale Ergebnisse der Studie zu Veränderungen im Arbeitsmarkt: 

  • Nachfrage nach technologischen Fähigkeiten: Die Nachfrage nach digitalen Grundkenntnissen und fortgeschrittenen IT-Fähigkeiten wird bis 2030 um bis zu 25 % steigen. 
  • Soziale und emotionale Fähigkeiten: Die Nachfrage nach Kompetenzen wie Empathie, Kommunikations- und Verhandlungsgeschick sowie Führungskompetenzen wird ebenfalls steigen (Europa: 11 %, USA: 14 %). 
  • Veränderung der Job-Profile: Die Nachfrage nach Fachkräften in den Bereichen MINT und Gesundheitswesen soll bis 2030 in Europa um bis zu 25 % steigen. Umgekehrt werden die Arbeitsplätze in Produktion, Kundendienst und Vertrieb deutlich zurückgehen. 
  • Technologische Fähigkeiten: Die Nachfrage nach technologischen Fähigkeiten in Europa wird bis 2030 um bis zu 25 % steigen. Digitale Grundkenntnisse, Kenntnisse in Technologiedesign, -entwicklung und -wartung sowie fortgeschrittene IT-Fähigkeiten und Programmierkenntnisse werden immer wichtiger. 
  • Soziale und emotionale Fähigkeiten: Die Nachfrage nach zwischenmenschlichen Kompetenzen, Empathie, Kommunikations- und Verhandlungsgeschick sowie Führungskompetenzen wird ebenfalls steigen (Europa: 11 %, USA: 14 %). Besonders in Positionen, die Empathie und Führungsqualitäten erfordern, wird ein Anstieg um 20 % erwartet. 

Vergleich zwischen USA und Europa 

Bei der Einführung von KI-Technologien sind US-Unternehmen den europäischen voraus: 88 % der US-Unternehmen haben bereits mindestens eine KI-Technologie eingeführt, 66 % auch generative KI. In Europa sind es 84 % bzw. 54 %, wobei Deutschland mit 85 % (und 59 %) leicht über dem europäischen Durchschnitt liegt. 

Diese Erkenntnisse der Studie verdeutlichen die Dringlichkeit und die Notwendigkeit einer schnellen Anpassung des Arbeitsmarktes sowie intensiver Qualifizierungsmaßnahmen, um den Herausforderungen und Chancen der KI-Revolution gerecht zu werden. 

8 Take-Aways, wie KI den Arbeitsmarkt revolutioniert

  1. Bis 2030 könnten bis zu 30 % der Arbeitsstunden durch KI und Automatisierung ersetzt werden. 
  2. Ein schneller Einsatz von KI kann das Produktivitätswachstum um bis zu 3 % jährlich steigern. 
  3. In Deutschland könnten bis zu drei Millionen Berufstätige von Veränderungen betroffen sein. 
  4. Die größten Umbrüche betreffen administrative Bürotätigkeiten, Kundenservice und Produktion. 
  5. Qualifizierung der Mitarbeitenden ist entscheidend für eine erfolgreiche Umsetzung. 
  6. Die Nachfrage nach technologischen und sozial-emotionalen Fähigkeiten wird stark ansteigen. 
  7. Eine stärkere Polarisierung des Arbeitsmarktes droht, besonders bei Niedriglohnarbeitern. 
  8. US-Unternehmen sind bei der Einführung von KI-Technologien führend, Europa muss aufholen.

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