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Was geschah am 11. Mai 1997?

Am 11. Mai 1997 verliert das Schachgenie Garri Kasparow gegen den IBM Computer “Deep Blue”. Noch nie war es bis dato einem Computer gelungen in einem Wettkampf unter Turnierbedingungen den amtierenden Schachweltmeister zu schlagen. Das Duell machte weltweit Schlagzeilen. Und es bleibt bis heute relevant, denn es war der Beginn eines Paradigmenwechsels – nämlich, dass der Mensch nicht mehr auf allen Gebieten mit der Maschine konkurrieren kann. Einige sahen damals sogar die Menschheit in Gefahr: Würden Maschinen den Menschen bald auch in anderen Bereichen ersetzen? 

Ein Szenario, in dem Künstliche Intelligenz menschliche Arbeitskräfte quer durch alle Branchen ersetzen könnte, ist nicht das wahrscheinlichste. Die digitalen Tools waren nie zuvor so gut auf uns Menschen zugeschnitten wie heute.

KI verändert zwar die Art und Weise verändern, wie wir arbeiten, aber sie wird die menschlichen Fähigkeiten nicht ersetzen, sondern verbessern und ergänzen.

Die menschlichen Stärken zeigen sich bspw. in der Führung, der Teamarbeit, der Kreativität und in den sozialen Fähigkeiten. Die KI punktet bei Schnelligkeit, Skalierbarkeit und ihren quantitativen Möglichkeiten.  

Fakt ist trotzdem, dass KI tausende Jobs überflüssig machen wird und einen enormen Re-Skilling Bedarf von Mitarbeitern entstehen lässt – und zwar kontinuierlich, wodurch Begriffe wie lebenslanges Lernen fürs People Management im Unternehmen zentral werden.  

Welche menschlichen Eigenschaften gefragt sind (und bleiben), vor allem deshalb, weil sie kein Roboter in absehbarer Zeit besitzen wird, führen Adam J. Gutstein und John Sviokla in ihrem Artikel “7 Fähigkeiten, die keine Maschine beherrscht” aus:  

7 Fähigkeiten, die keine Maschine beherrscht

1. Kommunikation

Storytelling, eine überzeugende Geschichte erzählen. Fakten und Emotionales verbinden, Rhetorik und Wissenschaft. Die Fähigkeit zu überzeugender Kommunikation wird in Zukunft gefragt bleiben und schwer zu automatisieren sein. 

2. INHALTE

Kommunikation geht immer um ein bestimmtes Thema. Menschen, die Fachwissen mit der Fähigkeit kombinieren, neues Wissen einzuordnen, sind der KI immer einen Schritt voraus.

3. KONTEXT

Automatisierte Systeme sind meist schlecht im Erkennen von Zusammenhängen. Wenn man Dynamiken des eigenen Fachgebiets kennt, besitzt man bereits ein Wissen, das sich niemand einfach ergoogeln kann.

4. EMOTIONALE KOMPETENZ

Auch technologisch weit entwickelte KI-Systeme besitzen nur rudimentäre Fähigkeiten in punkto emotionaler Intelligenz.

5. LEHRE

 In Unternehmen ist es entscheidend zu verstehen, in welchem Kontext sich Mitarbeiter weiterentwickeln. Wo genau liegen individuelle Wissens- und Kompetenzlücken. Zu diesen Aufgaben ist KI nicht in der Lage.

6. BEZIEHUNGEN

Netzwerke und ihr Nutzen werden von Menschen geprägt.

7. Ethischer Kompass

Die Fähigkeit zu starken moralischen Werten und einem entsprechenden Urteilsvermögen wird wichtiger werden.

Das konstruktive Miteinander von Mensch und Maschine

Um auf Garry Kasparov zurückzukommen. Ein Vorschlag für das konstruktive Miteinander von Mensch und Maschine stammt von ihm. Er entwickelte eine neue Schachform, das Freistil-Schach. Hier können die Spieler während der Partie Computeranalysen nutzen. Dabei stellte sich heraus, dass die Mensch-Maschine-Teams tatsächlich gegenüber den reinen Supercomputern oder menschlichen Großmeistern überlegen sind. 

Quellen:
James Wilson, Paul R. Daugherty: Mensch und Maschine als Team, Harvard Businessmanager, Oktober 2018
Adam J. Gutstein, John Sviokla: 7 Fähigkeiten, die keine Maschine beherrscht, Harvard Business manager, Januar 2019
Prof. Dirk Nicolas Wagner: KI: Bildet Mensch-Maschine-Teams!, www.zukunftsinstitut.de

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