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Deutsche Unternehmen investieren weniger

In deutschen Unternehmen gibt es eine nachlassende Bereitschaft, die Digitalisierung anzugehen und in entsprechende Projekte zu investieren. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom hervor.

Die Studie zeigt, dass 2023 viele Unternehmen deutlich weniger Geld dafür in die Hand nehmen: Nur 18 Prozent der befragten Unternehmen planen, mehr für Digitalisierung auszugeben. 42 Prozent haben vor, die Ausgaben in diesem Bereich unverändert zu lassen. Jedes dritte Unternehmen (33 Prozent) will dagegen seine Investitionen zurückfahren. Teilgenommen an der Studie haben über 600 Unternehmen ab 20 Beschäftigten.

Die Pandemie hatte zuvor in vielen Unternehmen zu einem deutlichen Schub bei der Digitalisierung geführt: Im laufenden Jahr investierten vier von zehn Unternehmen mehr Geld in die Digitalisierung als im Vorjahr, drei von zehn Unternehmen hielten ihre Investitionen konstant. 

Aktuelle Herausforderungen bremsen Digitalisierung

Steigende Preise, Rohstoffknappheit, Störungen der Lieferkette, Inflationssorgen und Krieg in Europa – die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschlechtern sich und führen dazu, dass viele Unternehmen ihre Digitalisierungsprojekte auf Eis legen. Entsprechend pessimistisch sind die Ergebnisse:

  • 95 Prozent der Unternehmen erwarten, dass Probleme in den Lieferketten die Digitalisierung bremsen werden
  • 92 Prozent bereitet die hohe Inflationsrate Sorgen
  • 78 Prozent die steigenden Energiekosten
  • 57 Prozent sagen, der russische Angriffskrieg in der Ukraine werde dazu beitragen, dass die Digitalisierungsbestrebungen zurückgeworfen werden.

Quelle: Bitkom Research 2022

Es kommen in der Umfrage auch weitere Gründe zur Sprache. Neben den wirtschaftlichen Schwierigkeiten gilt die fehlende Zeit als größtes Hemmnis bei der Entwicklung digitaler Produkte oder Dienstleistungen . Auch der Fachkräftemangel, die Anforderungen beim Datenschutz sowie fehlende finanzielle Mittel  erschweren neue digitale Lösungen . Um die Schwierigkeiten zu meistern, sollten Unternehmen gezielt über den Tellerrand blicken.

 

„Unternehmen, denen es an Know-how fehlt, sollten stärker als bisher auf Kooperationen setzen – mit Unternehmen aus der eigenen Branche, mit Digitalunternehmen und insbesondere auch mit innovativen Tech-Start-ups.“ Achim Berg, Präsident der Bitkom

Digitalisierung stärkt Resilienz und Zukunftsfähigkeit

Die Chancen für Wachstum liegen vor allem in digitalen Tools und Technologien. Digitalisierung ist auch das beste Mittel für Widerstandsfähigkeit und Resilienz gegenüber Krisen. Das hat sich nicht zuletzt in der Bewältigung der Herausforderungen durch die Pandemie gezeigt. „Wir müssen alles daransetzen, dass die in während Corona erzielten Digitalisierungsfortschritte jetzt nicht verpuffen, sondern nachgehalten und verstärkt werden“, sagt Berg.

Ungebrochen ist die Bedeutung, die die befragten Unternehmen dem Thema Digitalisierung beimessen. Mit 69 Prozent gehen gut zwei Drittel davon aus, dass in fünf Jahren digitale Geschäftsmodelle von sehr großer Bedeutung oder sogar entscheidend für den eigenen wirtschaftlichen Erfolg sein werden.

Auch steigt der Druck seitens der Konkurrenz: 52 Prozent der Unternehmen geben an, dass Wettbewerber aus der eigenen Branche, die frühzeitig auf die Digitalisierung gesetzt haben, ihnen nun voraus sind. Vor fünf Jahren haben das nur 36 Prozent gesagt.

Was hat sich schon getan – von KI bis zur Blockchain

Wie steht es um die bisherigen Digitalisierungsbemühungen? Bei den Schritten, ihre Prozesse zu digitalisieren, sind zwar viele Firmen auf unerwartete Schwierigkeiten gestoßen. Gleichzeitig ist die Mehrheit der Befragten überzeugt davon, dass sich die Anstrengungen lohen, denn sie geben an, dassdie Digitalisierung ihre Firmen wettbewerbsfähiger und als Arbeitgeber attraktiver macht. Deutsche Unternehmen haben dabei verstärkt auf digitale Top-Technologien gesetzt:

%

nutzen, planen oder diskutieren Datenanalyse und Big Data (2020: 62%)

%

nutzen oder beschäftigen sich mit dem Internet of Things (2020: 49%)

  • setzen auf 3D-Druck (2020: 51%) 53% 53%
  • holen sich 5G ins Haus (2020: 38%) 51% 51%
  • interessieren sich für autonome Fahrzeuge (2020: 20%) 38% 38%
  • favorisieren Künstliche Intelligenz (2020: 28%) 37% 37%
  • setzen die Blockchain-Technologie ein oder haben es vor (2020: 6%) 9% 9%

Aktuell werden die Umsätze vor allem noch in der analogen Welt generiert. Nur 5 Prozent der Unternehmen erzielen heute mindestens die Hälfte ihrer Umsätze mit digitalen Produkten und Dienstleistungen, ein Fünftel des Umsatzes oder mehr erreicht jedes zweite der befragten Unternehmen.

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