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Denken mit den Händen.“

LEGO®️Serious Play®️: Oliver Kopp lässt mit den Händen denken

Wie lässt sich „Massive Collaboration“ fördern und erreichen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Oliver Kopp, jahrelanger Agile Organizational Coach bei Bosch und Gründer von Macolo. Um gemeinsam Neues zu erschaffen, setzt er besonders gern innovative Tools ein. Zur COPETRI CONVENTION 2022 bringt Oliver LEGO®️Serious Play®️ und Liberating Structures mit. In seinen beiden Workshops lädt er zum Nachdenken, Austauschen, Mitmachen und Spielen ein. Wir haben ihn gefragt, was genau er mit seinen Teilnehmer:innen vorhat.

OLIVER, DU ARBEITEST SEIT JAHREN ALS COACH, UM MENSCHEN, TEAMS UND ORGANISATIONEN WEITERZUENTWICKELN. WELCHE IDEE VERBINDEST DU DAMIT?

Mir ist es wichtig, dass Firmen und Teams parallel lernen können, und zwar auf eine gleichwürdige und selbstorganisierte Weise. Dabei setze ich Tools ein, die die Kreativität fördern und neue Ansätze schaffen. Auch Haptik, ein „Denken mit den Händen“, spielt eine große Rolle in meiner Arbeit. Speziell dafür arbeite ich mit LEGO®️Serious Play®️. Ich habe als zertifizierter Advanced Facilitator of LEGO®️Serious Play®️ jahrelange Erfahrungen gesammelt und entwickle mich auch selbst immer weiter damit.

DIESE METHODE BRINGST DU AUCH ZUR COCON22 MIT. WAS ERWARTET DEINE WORKSHOP-TEILNEHMER:INNEN KONKRET?

Jede:r von ihnen bekommt einen Beutel mit Legosteinen in die Hand. Das ist ein speziell zusammengesetztes Set zum Einstieg. Dann gebe ich ihnen Aufgaben, die sie innerhalb einer vorgegebenen Zeit lösen. Das beginnt zum Beispiel ganz einfach damit, einen Turm zu bauen. Im Anschluss tauschen wir uns darüber aus, warum der Turm so aussieht und was dem Erbauer oder der Erbauerin wichtig war. Die Aufgaben werden dann vielfältiger und komplexer. Das Tolle an der Methode ist, dass sie skalierbar ist. Es können von wenigen Personen bis zu mehr als 100 Menschen gemeinsam entwickeln und gestalten. Auf der CoCon22 werden wir es in einem Team von zwölf Personen nutzen.

Dabei gehe ich variabel und schrittweise vor: Erst einmal baut jede:r für sich, dann tauschen sich die Teilnehmer:innen über ihre Modelle aus und darauf bauen wir dann weiter auf. Beim Entwickeln einer Strategie werden beispielsweise die wesentlichen Teile der Modelle zu einem gemeinsamen Modell weiterentwickelt. Der Vorteil ist, dass sich jede:r mit dem gemeinsamen Model identifiziert und genau versteht, was dahinter steckt.

WIE FINDET DIE METHODE IM ARBEITALLTAG IHRE ANWENDUNG?

Mit der Methode konkretisieren Mitarbeiter:innen ihre Ideen und stellen sie gleichzeitig abstrahiert dar. Sie können sich damit zum Beispiel Feedback geben: dabei bauen sie jeweils den Vorzug des anderen auf und tauschen ihre Werke aus. So entsteht eine sehr wertschätzende Rückmeldung, die zudem noch sichtbar und anfassbar ist. Es lassen sich gemeinsam selbst sehr komplexe Ideen, Konzepte und Strategien entwickeln. Zum Beispiel lässt sich eine gemeinsame Geschäftsstrategie erarbeiten, um diese in Ihrem Umfeld zu simulieren. Das ermöglicht, die Strategie auf ihre Überlebensfähigkeit zu prüfen und sie an den relevanten Punkten zu verbessern.

IN DEINEM ZWEITEN WORKSHOP GEHT ES UM „LIBERATING STRUCTURES“. WAS VERBIRGT SICH HINTER DEN „BEFREIENDEN STRUKTUREN“?

Hinter Liberating Structures – oder kurz LS – verbergen sich aktuell 33 Mikrostrukturen, die von Keith McCandless und Henri Lipmanowicz entwickelt wurden. LS sind ein Open-Source-Angebot, das auf der Liberating-Structures-Website sowie als gleichnamiges Buch erhältlich ist. Damit lassen sich Veränderungsaufgaben kollaborativ lösen. Die Strukturen fördern Vertrauen und setzen auf die Beteiligung aller. Das beginnt bei besseren Meetings und geht bis zur Entwicklung von Innovationen. Es geht darum, die Menschen in Organisationen frühzeitig in Veränderungen einzubeziehen, damit sie ihre Kreativität und ihren Ideenreichtum einbringen können. Damit geht es den Menschen besser und die Organisation erschließt neue Potenziale.

VERÄNDERUNG UND LERNEN STEHEN IM ZENTRUM DEINER ARBEIT. WAS WAREN DEINE PERSÖNLICHEN „LESSONS LEARNED“ IN DER LETZTEN ZEIT?

Mir ist in der letzten Zeit nochmals klarer geworden, dass Lernen auch Pausen braucht. Wir können nicht eine Lektion an die andere reihen. Das neu Gelernte muss sich setzen und verankern – sonst können wir es auch gar nicht erfolgreich anwenden. Und das ist meine zweite Erkenntnis: Für mich ist Lernen kein Selbstzweck. Es ist mir wichtig, Wissen und Methoden zu vermitteln, die im täglichen Doing einsetzbar sind.

Oliver, vielen Dank für das Gespräch!  

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