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Je länger wir nachdenken, desto wahrscheinlicher kommen wir auf innovative Ideen. Das zeigt auch die Studienreihe “The Creative Cliff Illusion” US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler. Doch warum hören wir oft mit dem kreativen Prozess auf, bevor uns die wirklich guten Ideen kommen? Und woher wissen wir, wann dieser Zeitpunkt erreicht ist?

Laut “The Creative Cliff Illusion” verwechseln wir Kreativität mit Produktivität

Jede:r kennt es: zu Beginn des Brainstormings sprudeln die Einfälle aber nach einer Weile wird es leise. Am Anfang haben wir die meisten Ideen, es sind aber auch häufig gerade die offensichtlichen Dinge. Wirklich innovative Gedanken entstehen erst, wenn wir eine Weile über ein Problem nachgedacht haben. Kurz gesagt: die Quantität der Ideen nimmt ab, ihre Qualität nimmt zu. Weil dies oft nicht erkannt wird, sprechen Norgren und Lucas von der „Illusion der kreativen Klippe“.

„Wer glaubt, dass seine ersten Ideen die besten sind, bricht den kreativen Prozess mit einer höheren Wahrscheinlichkeit ab – bevor er oder sie tatsächlich auf die besten Ideen gekommen ist.“ (Loran Nordgren & Brian Lucas, Harvard Business Manager Mai 2021)

Für ihre Studie luden sie Komiker ein, Texte zu Cartoons zu verfassen. Zur Lösung dieser kreativen Aufgabe hatten sie unbegrenzt Zeit. Die Teilnehmer:innen, die der Illusion der kreativen Klippe aufgesessen waren, arbeiteten kürzer an der Aufgabe, reichten weniger Texte ein und diese wurden von den anderen Teilnehmer:innen als weniger kreativ bewertet.

Kultur ist entscheidend

Führungskräfte und Mitarbeiter:innen sollten umdenken. Das Experimentieren in der Unternehmenskultur zu verankern kann den entscheidenden Unterschied machen. Dazu gehört nicht nur Zeit und Raum, sondern auch was vorgelebt wird: wird Experimentieren gefördert? Sind Fehler beschämend oder Gelegenheiten zum Lernen? Gehen die Führungskräfte mit gutem Beispiel voran? In jedem Team gibt es Visionär:innen, sie sollten sich aber frei fühlen können, auch visionär zu denken.

Was tun?

1. Awareness schaffen
Die Studie von Norgren und Lucas zeigt, dass es schon einen Unterschied macht, von der Illusion der kreativen Klippe zu wissen. Erkläre deinem Team, dass abnehmende Produktivität nicht gleich abnehmende Kreativität bedeutet und betone den Wert der Ideen im Spätstadium. Langfristig geht es darum, eine lernende Organisation aufzubauen – die Kultur ist entscheidend!

 

2. Ideen einfordern
Leg die Messlatte hoch und bitte dein Team, zwei oder sogar dreimal so viele Ideen zu entwickeln, wie du für nötig hältst. So stellst du sicher, dass der kreative Prozess nicht zu früh abgebrochen wird.

 

3. Zeit einplanen
Länger über ein Problem nachzudenken, erfordert zwangsläufig mehr Zeit: häufigere Meetings, längeres Brainstorming oder Pufferzeit – finde heraus, was für dein Team am besten funktioniert.

 

Wenn ihr mehr Best Practice Tipps zum Thema Innovation und Ideen lesen möchtet, klickt euch hier weiter zu unserem Beitrag: „Innovation Walking“, „Moonshoot Thinking“ oder erfahrt mehr über das „Lunch Date“ für neue Perspektiven im Team.

Quellen:

Lucas, Brian & Nordgren, Loran. (2020). The creative cliff illusion. Proceedings of the National Academy of Sciences.

Managementwissenonline.de Kreative Klippe: warum man beim Entwickeln neuer Ideen nicht zu früh aufhören sollte

Harvard Business Manager Mai 2021: Kreativität erfordert Ausdauer. Loran Nordgren & Brian Lucas

Harvard Business Manager Mai 2021: „Die Visionäre muss man füttern“ Interview mit Kai Axenath

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