Das Ifo-Beschäftigungsbarometer steigt wieder. Für die Unternehmen beginnt damit wieder das Rennen um gute Mitarbeiter. Unternehmen müssen sich auf dem Markt für Personal richtig präsentieren.
Diese Recruiting und Employer Branding Trends sollte jedes Unternehmen im Auge haben.

Das Ifo-Beschäftigungsbarometer macht aktuell einen deutlichen Sprung nach oben.

Im Juni stieg es auf 103,7 Punkte, noch gegenüber einem Punktestand von 100,2 Punkten im Mai. Alle Wirtschaftsbereiche melden derzeit einen deutlich steigenden Personalbedarf. Die Zeitarbeit gilt als Frühindikator auf dem Arbeitsmarkt: bei rückläufiger Wirtschaft sind die Zeitarbeiter häufig unter Ersten, die ihren Job verlieren. In Hochphasen decken wiederum viele Unternehmen ihren wachsenden Personalbedarf erstmal über Zeitarbeit. Dieses Muster wiederholt sich auch aktuell: Das Ifo-Beschäftigungsbarometer zeigt eine sprunghaft gestiegene Arbeitskräftenachfrage bei Personaldienstleistern.

Das ifo Beschäftigungsbarometer basiert auf ca. 9.500 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Groß- und Einzelhandels und des Dienstleistungssektors. Die Unternehmen werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen.

Wer kann jetzt schnell qualifizierte, gute und passende Mitarbeiter an Bord nehmen? Unternehmen müssen sich auf dem Markt für Personal richtig präsentieren und positionieren. Viele Faktoren mit individueller Gewichtung entscheiden darüber, wie hoch ihre Anziehungskraft auf qualifizierte Mitarbeiter ist. Im Wettlauf um gute Fachkräfte werden gute Recruiting Programme und ein richtiges Employer Branding zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. In Branchen, in denen der Fachkräftemangel schon länger ein Thema ist, sind die HR-Abteilungen oft fit in der richtigen Positionierung bei potentiellen Mitarbeitern. Wer allerdings bisher nicht darauf angewiesen war, sollte sich über die wichtigsten Themen und Trends im Bereich Recruiting und Employer Branding Gedanken machen, und dort, wo noch Luft nach oben ist, Prozesse anstoßen. 

Wir haben für Euch die wichtigsten Trends zusammengestellt:

Remote Work und hybride Arbeitsmodelle

Homeoffice ist im vergangen Jahr zu einem wichtigen Bestandteil des Arbeitslebens geworden – die wenigsten Mitarbeiter:innen zieht es auch jetzt täglich ins Büro zurück. Punkten können Arbeitgeber mit flexiblen hybriden Arbeitsmodellen, die im besten Fall für alle Seiten Mehrwert schaffen.

Digitales Recruiting und Onboarding

Auch Recruiting und Onboarding finden verstärkt digital statt. Ein persönliches Vorstellungsgespräch ist schön und gut, wenn es sich einrichten lässt. Aber genauso sollten Gespräche über Video möglich sein, ebenso wie digitale Assessment Center. Häufig können Prozesse dadurch sogar reibungsloser und schneller ablaufen.

Vergrößerter Recruiting-Radius

Die Kombination aus Abschaffung der Präsenzpflicht im Büro und Online-Recruiting bringt einen weiteren Vorteil mit sich: der Recruiting-Radius steigt. So lassen sich neue Mitarbeiter auch aus anderen Städten oder Regionen rekrutieren, wenn man vor Ort nicht genug passende Fachkräfte findet.

Automatisierung, Künstliche Intelligenz und Big Data

Jobplattformen setzen verstärkt KI ein, um den optimalen Match zwischen Unternehmen und künftigen Mitarbeiter: innen zu erreichen. KI-Systeme können bei der Vorauswahl der Kandidaten helfen und auf diese Weise Recruiting-Prozesse effizienter gestalten. Auch Termine für Vorstellungsgespräche lassen sich automatisiert erstellen. Das HR Team kann sich dadurch auf andere Bereiche konzentrieren.

Recruiting

Employer Branding in Verbindung mit Personal Branding im Recruiting

Unternehmen müssen sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren, um viele Bewerbungen zu erhalten und die Kandidaten zu überzeugen. Mit Employer Branding Maßnahmen investiert ihr in eine starke Arbeitgebermarke und verbessert das Unternehmensimage. Darüber hinaus kommt Personal-Branding eine zunehmende Bedeutung zu. Das heißt, dass neben dem Unternehmen, auch die HRler selbst verstärkt in Erscheinung treten und sich auf Plattformen wie Linkedin als  HR-Experten und Unternehmensbotschafter positionieren.

Candidate & Employee Experience

Ihr könnt den den Recruitung Prozess in eurem Unternehmen optimieren, wenn ihr den Kandidaten mit seinen Wahrnehmungen und Empfindungen in den Mittelpunkt stellt: Wie nimmt er oder sie uns wahr, wie den Prozess, fühlt sie sich wohl, passt das Timing zwischen den verschiedenen Schritten, ist die Kommunikation klar? Wenn diese „Candidate Experience“ positiv ist, wird der Bewerber am Ball bleiben.

Die „Employee Experience“ knüpft übrigens daran an und beschreibt die Erfahrung und Wahrnehmungen der Mitarbeiter während der Zugehörigkeit zu eurem Unternehmen hat. Fühlen sich die Mitarbeiter wohl, hat das viele Vorteile, wie Produktivität und Loyalität.

Neue Recruiting-Methoden

Mit der richtigen Content Strategie über Social Media könnt ihr Aufmerksamkeit für euer Unternehmen, eure Werte und Kultur sowie für euren Karrierebereich inklusive offener Stellen schaffen. Auf diese Weise wird der Recruiting-Prozess effizienter, denn die Kandidaten können auf diese Weise oft schon erkennen, ob es ein Match ist und ob sie zu euch passen könnten. Neben dem Content Recruiting werden auch Methoden wie Programmatic Job Advertising weiter an Bedeutung gewinnen. 

Diversity: Vielfalt im Team hat viele Facetten

Eine gute heterogene Zusammensetzung von Teams fördert häufig deren Erfolg. Das bezieht sich nicht nur auf Geschlecht – Studien zeigen bspw. auch dass Mehrgenerationen-Teams die stärksten sind, dabei kommen bspw. bilaterale Lerneffekte zum Tragen. Auch beim Thema soziale Herkunft sollten Organisationen Potentiale nutzen und ihren Blick hier weiten. Dadurch wird gegebenenfalls das Spektrum potentieller Kandidaten noch größer. In einem vielfältigen Team kann der Zugang zu verschiedenen Zielgruppen leichter sein und das Team kann sich besser in Menschen aus unterschiedlichen sozialen Gruppen hineinversetzen.

Purpose und Nachhaltigkeit

Während früher Nachhaltigkeitsaspekte bei der Wahl des Arbeitgebers noch keine entscheidende Rolle gespielt haben, ist das heute anders. Viele junge Mitarbeiter:innen schauen nicht nur in punkto Position, Einkommen und Karrieremöglichkeiten ganz genau hin. Darüber hinaus schauen sie genau darauf, wofür ein Unternehmen steht, welchen Purpose es hat und wie nachhaltig es handelt.  

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