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Innovationsmanagement: Zusammenarbeit verändert sich fundamental

„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen. Lasst uns Windmühlen bauen!“ – das ist das Motto der Digitalexpertin Dorothee Töreki. Nach 20 Jahren in der Informationstechnologie, unter anderem bei IBM, gründete sie „Denkräume im Digitalen“ und gibt seitdem Impulse für die digitale Transformation. Ihr Schwerpunkt: Wie verändert Informationstechnologie unsere Arbeitsweisen? Auf der COPETRI CONVENTION 2022  steht Doro als Moderatorin auf der Bühne. Wir haben vorab mit ihr gesprochen.

DOROTHEE, DU WARST DIREKT BEGEISTERT, ALS DU VOM KONZEPT DER COPETRI CONVENTION GEHÖRT HAST. WAS GENAU HAT DICH DARAN ANGESPROCHEN?

Wir leben in einer sich sehr schnell verändernden, komplexen Welt. Das bedeutet, wir können Dinge nicht mehr isoliert betrachten, sondern müssen zwangsläufig eine ganzheitliche Sichtweise einnehmen. Genau dieser Punkt ist das Erste, was einem auf der COPETRI-Website ins Auge springt: zum einen verbindet COPETRI die „Silos“ der Themenbereiche People, Transformation und Innovation miteinander. Zum anderen legt das Start-up sehr viel Wert auf Vernetzung, damit wir andere Perspektiven wahrnehmen. Das sind genau die Prinzipien, die wir jetzt brauchen! Davon kann es gar nicht genug geben und deshalb freut es mich so, bei der COPETRI CONVENTION mitwirken zu können.

TDU BESCHÄFTIGST DICH HAUPTBERUFLICH MIT DER FRAGE, WIE DIGITALE INFORMATINSTECHNOLOGIEN UNSERE ARBEITSWEISE VERÄNDERN WERDEN. WAS ERWARTEST DU?

Der Paradigmenwechsel wird immer noch unterschätzt! Die Art und Weise wie wir zusammenarbeiten, wird sich fundamental verändern. Ein Beispiel: alles was standardisiert werden kann, wird auch standardisiert werden. Die großen Unternehmen arbeiten heute schon mit dem automatischen Konstruieren. Nicht nur die Arbeitnehmer:innen in der Produktion sind davon betroffen, sondern auch Ärztinnen und Ärzte, Ingenieure oder Anwältinnen. Das heißt nicht, dass wir in Zukunft keine Ärzte oder Ingenieurinnen mehr brauchen! Es heißt, wir dürfen uns in Zukunft auf das konzentrieren, was uns individuell als Menschen ausmacht: Kreativität, menschliche Verbindungen, unsere ganz persönlichen Stärken. Digitale Technologien ermöglichen es, diese Dinge in den Vordergrund zu rücken.

WAS IST AUS DEINER SICHT DIE GRÖSSTE HAUSFORDERUNG?

Die Hierarchie in Organisationen ist für diese Veränderung viel zu langsam! Wir müssen aus den Silos herauskommen und uns vernetzen. Ein Weg dahin sind agile Arbeitsmethoden, die jedoch viel mehr Selbstorganisation erfordern. Diese Umstellung ist nicht zu unterschätzen. Denn wir sind es seit Jahrzehnten gewohnt, mehr oder weniger auf Anweisung zu arbeiten. Beim agilen Arbeiten plane ich selbst, wie lange ich für eine Aufgabe brauchen werde und bin auch dafür verantwortlich, sie in diesem Zeitraum zu schaffen. Ich kann mich viel weniger hinter Prozessen verstecken. Selbstorganisation wird oft so gemütlich dargestellt. Ich behaupte das Gegenteil: Wir sind viel mehr in unserer eigenen Verantwortung und das kann auch Stress erzeugen.

Für erfolgreiches agiles Arbeiten brauchen wir eine ganz andere Art der Führung: viel weniger „Command and Control“, viel mehr auf den Menschen zentriert. Agiles Arbeiten ist eine Herausforderung für beide Seiten. Führungskräfte müssen ihre individuellen Stärken reflektieren. Und auch die Arbeitnehmer:innen müssen deutlich sagen, was sie besonders gut können. Eine offene und wertschätzende Kommunikation gehört zwingend zur neuen Arbeitskultur dazu. 

WIE GEHST DU PERSÖNLICH MIT DER ZUNEHMEND AGILER WERDENEN ARBEITSWELT UM?

Ich bin seit drei Jahren selbstständig und gerade in diesen Zeitraum ist die Covid-Pandemie gefallen. Das hat mir schon einige schlaflose Nächte bereitet. Aber ich habe auch selbst erlebt, was ich immer predige: Wir sind am resilientesten, wenn wir ein gutes Netzwerk haben! Während dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 haben mir alle Kund:innen alle Termine abgesagt. Ich stand buchstäblich vor dem Nichts. Aber tatsächlich haben sich aus meinem Netzwerk neue Möglichkeiten ergeben. Und als Selbstständige hatte ich es dann auch selbst in der Hand, in welche Richtung ich mich entwickeln will. Ein gutes Netzwerk ist essenziell und meines hat mir auch durch diese schwierige Zeit geholfen.

 

Dorothee, vielen Dank für das Gespräch! 

 

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