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Design Thinking:

Methode und Mindset für Innovationen

 

Die Digitalisierung der Arbeitswelt bringt Trends und Methoden rund um New Work hervor. Eine Methode ist Design Thinking. Hierbeigeht es vor allem darum, Denkweisen aus kreativen Bereichen zu übernehmen. Das Ziel ist es, systematisch Ideen und innovative Produkte zu entwickeln.

Wie denken Designer? Prof. Uli Weinberg. Leiter der School of Design Thinking im Hasso-Plattner-Institut in Potsdam, nennt dazu zwei wesentliche Punkte:

  1. Designer beschäftigen sich schon immer mit Produkten sowie deren Nutzen und Nutzer:innen – wobei sie den Menschen in den Mittelpunkt stellen.
  2. Designer arbeiten mit Prototypen, die sie mit Nutzer:innen testen, bevor sie in die Entwicklung gehen. Der Arbeitsprozess läuft in iterativen Schleifen. Fehler sind nicht nur zulässig, sondern sogar gewünscht und zielführend. Sie erlauben, Schwächen zu erkennen und zu verbessern.

Auf diesen Ansätzen baut Design Thinking auf. Richtig umgesetzt, schafft es kollaborative Kreativität im Team, stellt Teamleistungen über Einzelleistungen, und entwickelt Produkte, die die Nutzer:innen wirklich brauchen.

Design Thinking ist ein Prozess, der folgende Phasen durchläuft:

  1. Verstehen: das zu lösende Problem definieren.
  2. In Kundenbedürfnisse einfühlen:  Nutzer:innen besser kennenlernen sowie deren Herausforderungen und Umfeld erkunden.
  3. Standpunkt definieren:  die wichtigsten Herausforderungen festlegen, die gelöst werden sollen. Dazu kann auch die Beantwortung der Frage gehören: Wer ist der ideale erste Kunde?
  4. Ideen entwickeln: ein vier- bis sechsköpfiges Team sammelt mithilfe von Kreativtechniken Ideen, bewertet und priorisiert sie.
  5. Experimentieren: Ideen werden in Prototypen (z.B. digitale Mockups, Skizzen) umgewandelt, die Nutzer:innen direkt testen und dazu Feedback geben,

Regeln des Design Thinking Prozess

Innovation und Kreativität ist Arbeit. Die Regeln geben eine Anleitung und einen Rahmen für ein erfolgreiches Brainstorming. Lest hier die Regeln, die die Experten des Hasso Plattner Insituts entwickelt haben.

Nur einer spricht: Es hat immer eine Person das Wort. Aufmerksames Zuhören erhöht die Chance, dass alles gehört wird.

Beim Thema bleiben: Unsere eigene Kreativität führt uns gern auf Ab- oder Nebenwege, um die es aber gerade gar nicht geht. Daher helfen wir uns gegenseitig, beim Thema zu bleiben.

Wilde Ideen ermutigen: Wer sich immer nur an Regeln hält, kann nicht von der Norm abweichen und schon gar nicht Neues entdecken. Deshalb erlauben wir uns Verrücktheit!

Kritik zurückstellen: Es gibt immer starke und schwache Argumentationen. Dennoch zählt jede Idee. Ideen werden nicht umgehend bewertet. Ihr Wert wird sich im Prozess herausstellen.

Bildlich arbeiten: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Ein visualisierter Gedanke verankert sich besser im Gehirn und lässt sich besser wiedererkennen als ein paar Buchstaben auf Papier.

Quantität ist wichtig: „Der beste Weg, um auf eine gute Idee zu kommen, besteht darin, viele Ideen zu haben“, so Linus Pauling (Nobelpreisträger für Chemie 1954 und Friedensnobelpreis 1962: LINK: Linus Pauling – Wikipedia).

Auf den Ideen anderer aufbauen: Lasst euch von den Ideen eurer Teammitglieder inspirieren und führt sie weiter! Jede Idee ist ein Baustein im gesamten Bauwerk einer Innovation.

Früh und oft scheitern: Michael Air Jordan sagte: „I can accept failure, everyone fails at something. But I can’t accept not trying.“ Es wird so lange probiert und getestet, bis es funktioniert.

Auch ein interdisziplinäres und insgesamt sehr diverses Team gilt vielfach als Erfolgsfaktor, um ein Thema aus vielen Blickwinkeln zu beleuchten. Ein weiterer Aspekt betrifft die Räumlichkeit: Als sehr effektiv für Design-Thinking-Workshops gelten mobile Raumkonzepte, bei denen die Teilnehmer im Stehen, Gehen, Sitzen und Laufen arbeiten. Die Bewegung fördert die Aktivität und die Zusammenarbeit beider Gehirnhälften.

    Info

    Design Thinking haben die Professoren Terry Winograd, Larry Leifer und David Kelly von der Universität Stanford in Silicon Valley entwickelt. Im Jahr 1991 fand erstmals ein offizielles Symposium dazu statt. Ein wichtiger Förderer in Deutschland ist der SAP-Mitgründer Hasso Plattner. Nach ihm ist das Hasso-Plattner-Institut (HPI) der Universität Potsdam benannt.

    People an Culture

    Virtuell und digital kreativ werden

    Design Thinking kann mit guter Vorbereitung und eingespielten Innovationsteams auch virtuell stattfinden. Kleine Energizer oder Break-outs zwischendurch helfen, die Kreativität und Energie hoch zu halten.

    Übrigens kann Design Thinking nicht nur für Produkte zum Einsatz kommen. Auch Webangebote, wie Apps, Online-Shops und Websites können die Design-Thinking-Phasen durchlaufen. Dieselbe Strategie wird einfach auf das Online-Angebot abgestimmt. Websites erhalten hierdurch einen hohen Usability-Wert und es ist möglich, nutzerspezifische Anpassungen vorzunehmen, wodurch die Website personalisiert und optimiert wird.

     

    Was muss man noch über Design Thinkings wissen

    Nutzerzentriertheit, Experimentierfreudigkeit, interdisziplinäre Teams, Prototyping und der Mut, auch mal zu scheitern – das sind die Grundsätze. Dadurch wirkt sich Design Thinking auch auf die Unternehmenskultur aus, denn es bedeutet Offenheit für Neues und Abschied nehmen von traditionellen Arbeitsweisen. Design Thinking bietet neben der innovativeren Unternehmenskultur auch eine flexiblere Arbeitsweise bei unerwarteten Ereignissen. Wir müssen heute generell flexibler sein, und davon wegkommen, streng nach festem Plan zu arbeiten. Es zählen agile Prozesse.

    Eine Überlegung bevor sich Teams ins Design Thinking stürzen, ist sicherlich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit, denn der Prozess erfordert Zeit und Ressourcen. Bei der Zeit rechnet man in der Regel mit zwei Tagen.

    Design Thinking in der Praxis: Methode und Mindset

    Design Thinking wird in vielen Konzernen und Start-ups angewendet, um komplexe Fragestellungen und Aufgaben kreativ zu lösen. Ein Beispiel ist Bosch – hier wird Design Thinking regelmäßig und erfolgreich eingesetzt, um neue Innovationen zu schaffen. Auch Unternehmen wie Apple, Nike oder SAP nutzen den Ansatz, um Produkte zu entwickeln.

    Design Thinking ist jedoch nicht nur eine Methode, sondern eine gelebte Innovationskultur, die ein völlig neues Mindset erfordert. Für einen erfolgreichen Prozess ist es entscheidend, eine unvoreingenommene, nicht wertende Haltung einzunehmen sowie „verrückte“ Ideen zu entwickeln und zuzulassen. Da wir anders geprägt und erzogen sind, ist diese Haltung für viele Menschen eine große Herausforderung und ein Lernprozess, der Zeit braucht, sich aber wirklich lohnt. Das erkennen immer mehr Unternehmen: Eine aktuelle Studie des Hasso-Plattner-Instituts (LINK) zeigt, dass die Anwendung von Design Thinking in Unternehmen seit 2015 exponentiell wächst. Die Methode bringt auf jeden Fall ein echtes Stück New Work mit sich, nämlich eine schöpferische, spielerische und hierarchiefreie Arbeitskultur.

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