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  „Digitale Technologien: Deutschland verliert an Boden“

Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) ist alarmiert über die schwache Entwicklung Deutschlands im Bereich der digitalen Technologien. Das geht aus dem Gutachten zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands hervor, das die Innovationsweisen des EFI einmal jährlich erstellen. Die Schwäche in diesem Segment ist umso kritischer, als digitale Technologien auch als goldener Schlüssel für künftige Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit gelten. Deutschland hat damit ein handfestes Digitalisierungsproblem, um nicht zu sagen: ein Digitalisierungsdrama.

Die Digitalisierung kommt im ganzen Land bedrohlich langsam voran – in Politik, Wirtschaft sowie im Bildungssektor. Dadurch zeichnet sich heute schon ab, dass Deutschland global weiter an Boden verlieren wird und den Anschluss an fortschrittlichere Nationen verpasst. Gerade in Bereichen wie Künstliche Intelligenz (KI), Mikrochips und Quantencomputing sind wir erschreckend schwach. Dies wird mittelfristig zu einem Verlust an Wohlstand führen.

Europa steht insgesamt schlecht da

Andere europäische Länder können die deutsche Schwäche nicht kompensieren, da sie gleichermaßen im digitalen Abseits stehen. Dadurch ist Deutschland enorm abhängig von Asien und den USA. Bereits die Pandemie hat aufgezeigt, wozu diese Abhängigkeit führen kann: Chipmangel und Lieferschwierigkeiten haben ganze Branchen in Bedrängnis gebracht. Eine repräsentative Befragung von Unternehmen, die das ZEW Mannheim 2021 durchführte, zeigt: Mehr als 80 Prozent der Unternehmen sind in mindestens einem Technologiefeld von nicht-europäischen Anbietern abhängig.

 

Amerika und China gehen voran

In Amerika und China gehören digitale Technologien bereits seit den 90er Jahren zu den intensiv geförderten Schlüsselbereichen. Megakonzerne wie Google, Meta, Alibaba sind heute in allen Industrien eine treibende Kraft. Insbesondere unsere Abhängigkeit von China wird immer größer. In der Künstlichen Intelligenz, dem Internet der Dinge und den Big-Data-Anwendungen beträgt der Anteil der deutschen Importe aus China schon mehr als 30 Prozent. Diese Tendenz steigt, in bestimmten Bereichen sogar stark. In Anbetracht des wachsenden Konkurrenzverhältnisses zwischen der westlichen Welt und China wächst das Risiko, dass deutsche Unternehmen künftig auf wichtige Technologien nicht mehr verlässlich zugreifen können.

Schlüsseltechnologien: Technologien, die eine Schlüsselrolle bei der technologischen und ökonomischen Entwicklung einnehmen. Sie tragen zur Entstehung neuer dynamischer Märkte bei und sind darüber hinaus wichtig für die innovative Weiterentwicklung und Anwendung vieler anderer Technologien. (Wikipedia)

Welche Wege führen zu technologischer Souveränität?

„Deutschland muss kräftig nachlegen, um nicht Gefahr zu laufen, an technologischer Souveränität zu verlieren und damit Wohlstand zu riskieren. Ohne einen Sprung nach vorn, vor allem bei der Digitalisierung, kann auch die ökologische Transformation nicht gelingen“, sagt Dr. Uwe Cantner, Vorsitzender der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI), und Professor für Mikroökonomik an der Universität in Jena.

Das EFI-Gutachten hält fest, dass wir eine neue, umfassende Forschungs- und Innovationsstrategie brauchen. Im Fokus der Technologieförderung müssen die Schlüsseltechnologien stehen. Auch sollte ein gezielter Aufbau von Kompetenzen über das Bildungssystem erfolgen. Im Hinblick auf die Reduktion von Abhängigkeiten sei das Ziel, in den relevanten Technologie- und Schlüsseltechnologien eigene Herstellungskompetenzen aufzubauen. Gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen sehe man eine „Digitalisierungsmüdigkeit“. Wichtig ist darüber hinaus die Startup-Förderung, um die transformative Kraft junger Unternehmen gezielter zu nutzen.

Von anderen Ländern lernen

Weiterhin rät die Kommission zu mehr Agilität, ressortübergreifender Kollaboration und Koordination sowie stärkerer Partizipation. Gute Ansatzpunkte lassen sich auch aus anderen Ländern übernehmen, die bereits erfolgreiche Lösungen umgesetzt haben, wie etwa Schweden, Großbritannien, Israel und die Schweiz. Prof. Dr. Kai Lucks, geschäftsführender Gesellschafter des MMI Merger Management Instituts sowie Gründer und Vorsitzender des Bundesverbandes Mergers & Acquisitions e.V. formuliert es so:

„Es müsste ein Beben durch Deutschland geben, um den allumfassenden kulturellen, wirtschaftlichen und technologischen Richtungswechsel einzuleiten. Wir bräuchten den Schulterschluss aller. Stattdessen leisten wir uns Silostrukturen, Trennwände zwischen Industrie, Verwaltung und Wissenschaften – während andere Länder wie die USA die Durchlässigkeit in ihren Genen haben.“

Die Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft – genau darum geht es auf auf der COPETRI CONVENTION am 31.05./01.6.2022
im Fredenhagen in Frankfurt/Offenbach.
 

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